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Unsere Seite Tipps und Tricks soll interessierten Vorderladerschützen die Interesse am Modellkanonenschießen haben Erfahrungen für treffsicheres Schießen vermitteln.

Keineswegs wird ein Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhoben. Vielmehr sind es praktische Erfahrungen gewonnen aus vielen  Trainings- und Wettkampfstunden. Hinweise und Anregungen bitte über das Kontaktformular.

Kanonen

Es gibt Modellkanonen die sehen gut aus, man kann mit ihnen schießen, trifft aber schlecht. Das sind vorrangig Modellkanonen die in den 60-er bis 80-er Jahren in Spanien hergestellt wurden. Typische Vertreter sind die Feldkanone Napoleon und eine Schiffskanone. Diese Kanonen haben ein Kaliber von ca. 18 mm bei Rohrlängen von 20 bis ca. 35 cm. Für die zierlichen Lafetten und die kurzen Rohrlängen ist das Kaliber zu groß, damit auch der Rückstoß beim Schuß, im extremsten Fall springen sie vom Tisch.

Man kann diese Kanonen umrüsten, z.B. anderes Kaliber (Neubeschuss erforderlich) oder die Lafette verstärken. Der Aufwand ist ziemlich hoch und das Ergebnis fragwürdig.

Wie gesagt, sie sehen gut aus.

Die andere Kategorie sind Modellkanonen die im Eigenbau entstanden sind. Sie entsprechen natürlich auch einem Vorbild bis 1871, sehen in der Regel nicht so gut aus wie die o.g., aber sie treffen. Ungefähr 95% aller Pokalsiege sowie Meistertitel werden mit Eigenbauten errungen. Die Sportordnung des DSB und auch das Sporthandbuch der DSU vermerken, dass bei Eigenbauten das Material für jedermann frei im Handel erwerbbar sein muss.

Der Eigenbau setzt ein gewisses Maß an handwerklichen Fähigkeiten und Fertigkeiten voraus oder man kennt jemanden der dies hat. Zu beachten sind die Bestimmungen des Waffengesetzes sowie des Beschussgesetzes. Erlaubt sind Nachbauten historischer Originale bis 1871 mit Funken- oder Luntenzündung. Das Kaliber und die Rohrlängen geben die Sportordnungen der o.g. Verbände vor. Modellkanonen für den scharfen Schuss sind nur als Vorderlader erlaubt.

Das Kanonenrohr

Aussehen und Form hängen von den individuellen Möglichkeiten ab. Es kann Vollmaterial, z.b. Stahl (mind. ST 54-alte Bezeichnung-) oder Messing verwendet werden. Aufwändig ist die Herstellung einer absolut glatten Bohrung weil nur die einen treffsicheren Schuss garantiert.

Günstiger ist die Verwendung handelsüblicher nahtlos gezogener Präzisionsstahlrohre in ST 54 in den Abmessungen des gewünschten Kalibers. Diese Rohre sind innen absolut glatt, ein honen kann man sich ersparen. Zündloch oder Zündlochschraube sollte eine Bohrung von 1,5 bis 1,8 mm (Beschussamt Suhl ) haben.

Für die 25m-Distanz empfehlen sich Rohrlängen von 40 bis 50 cm, für die 50m-Distanz Rohrlängen von min. 65 bis max. 80 cm. (Länge gemessen vom Zündloch bis zur Mündung)

Selbstverständlich kann man beschossene Kanonenrohre beim Händler erwerben, hier sei stellvertretend  Waffen-Schlottmann in Schwerin erwähnt.

Anfragen über Konstruktion bzw. Materialbezugsquellen bitte über das Kontaktformular.

 

Visierung

Eine Modellkanone hat keine herkömmliche Visierung. Geziehlt wird über das Rohr. Als günstig hat sich erwiesen, wenn die Rohrdurchmesser des Rohres hinten und an der Mündung gleich sind, in diesem Fall kann man als HP Fleck wählen. Auch hier gibt es kein allgemeingültiges Rezept, es hilft nur probieren.

Pulver

Modellkanonen mit glatten Rohren verlangen eine höhere Ausgangsladung. Als Berechnungsgrundlage für eine mittlere Gebrauchsladung kann man verwenden:

                         Laufdurchmesser in mm x 0,3 = Gramm Pulver

bezieht sich auf deutsches Jagdschwarzpulver. Am meisten verwendet wird Schwarzpulver CH 2. Man muß beachten, dass aufgrund der höheren Energiedichte die ermittelte Gebrauchsladung umgerechnet werden muß.

Umrechnung Pulver in Grain: Gulvermenge/Gramm x 15,432 = Grain

Umrechnung deutsches Jagdschwarzpulver in CH 2: 0,6 x Ladung = Ladung CH 2

Umrechnung CH 2 in deutsches Jagdschwarzpulver: 1,7 x Ladung = Ladung deutsches JSP.

Bewährt hat sich, hier bezogen auf das Kaliber 12 mm:

Rohrlänge bis 40 cm: 25 Grain CH 2

Rohrlänge bis 50 cm: 40 Grain CH 2

Rohrlängen bis 80 cm: 60 Grain CH 2

Die wichtigste Erfahrung lautet: Weniger ist mehr !

 

Pflaster

Jeder Schwarzpulverschütze hat sein eigenes Rezept. Erfahrungswerte besagen:

Pflaster so dick wie möglich um eine optimale Abdichtung zu erreichen, bestens geeignet Jeansstoff, Dicke um 0,8 mm, mehrfach gewaschen. Durchmesser 2,5facher Kugeldurchmesser.

Auch beim Fett hat jeder sein Rezept. Bewährt hat sich Melkfett, unparfümiert.

Tipp: Waffenöl macht ein Pflaster dicker, Spülmittel macht es dünner.

 

Kugeln

Ausprobiert wurde alles was machbar ist: Präzisionskugeln von Pedersoli, Kugeln von H&N, selbstgegossene Kugeln in unterschiedlichen Legierungen. Bewährt haben sich Kugeln von H&N aus der Tüte obwohl sie mitunter beim Gewicht bis zu 1 Gramm differieren. Bei 25 bis 50 m Schußentfernung ergibt sich eine gestreckte Flugbahn, so dass die Gewichtsunterschiede wenig ins Gewicht fallen. Erfahrungsgemäß sollte die Kugel beim Laden in einem Zug geschoben werden können, ein hineindreschen der Kugel deformiert diese und läßt die Kugel nach dem verlassen des Rohres taumeln, Folge sind Ausreißer. Bewährt hat sich eine Markierung auf dem Ladestock damit immer eine gleiche Ladedichte von ca. 1 erreicht wird.

Hinweise bitte über das Kontaktformular.